Der Turmwächter

 

Jede Nacht tönt ein lang gezogenes, dumpfes Signal über Ystads Zentrum. Ein Stoβ pro Viertelstunde in jede Himmelsrichtung! Der Turmwächter der St. Maria kyrka verkündet, dass in der Stadt alles in bester Ordnung ist. Eine jahrhundertelange Tradition, die weiterlebt.

Wie lange genau der Turmwächter be-reits existiert, ist nicht bekannt, jedoch sicherlich seit dem 17. Jh., als der Kirch-turm seine heutige Gestalt bekam. Der Turmwächter hatte ursprünglich die Auf-gabe, bei unerwünschtem Besuch und Bränden Alarm zu schlagen.
Der Turmwächter bei der Arbeit
Der Turmwächter bei der Arbeit

Heute ist der Turmwächter Wahrzeichen und weiterhin Wächter der Stadt. Im Notfall greift er heute allerdings statt zum Horn zum Telefon und ruft den Rettungsdienst oder die Polizei.

Besucher, die den Turmwächter vom Hörensa-gen kennen, zweifeln meist daran, dass es sich um einen echten Menschen handelt. Erst, wenn sie am Fuβ der Kirche gestanden und den Blick auf das kleine Fenster gerichtet ha-ben und gesehen haben, wie der „Angestellte der Stadt“ sein Kupferhorn herausstreckt, kön-nen sie es glauben. Von 21.15 Uhr bis 1 Uhr kann man die Signale des Turmwächters hören


Sicherer ist man sich, was die Datierung der St. Maria kyrka betrifft. Diese wurde im 13. Jh. erbaut und ist damit das älteste noch erhalte-ne Gebäude der Stadt.

In der Kirche befindet sich eine einzigartige Silbersammlung mit Gegenständen alter Meister aus Ystad.

Die St. Maria kyrka war Gegenstand für Um-bauten, die umfassendste davon im 19. Jh., bei dem ihr Aussehen radikal verändert wurde.

1923, als Sam Stadener Pfarrer in Ystad war, beschloss man der Kirche so weit wie möglich ihr altes Aussehen zurückzugeben. 

Ob das Vorhaben glückte, ist unklar, da es keine alten Abbildungen gibt.

Au
βer der St. Maria kyrka gibt es in Ystad zwei weitere Kirchengebäude: St. Petri am Kloster und St. Nicolai – die katholische Kirche zwischen Stickgatan und Åfåran.

 
Publicerad 2013-05-08, Uppdaterad 2019-04-29