Schonisch-dänische Schlossgeschichte

Ein Hauch Dänenzeit und Glanz schwedischen 19. Jhs. liegt über den Schlössern und Herrenhöfen der Gemeinde Ystad – heute bedeutende Landwirt-schaftsunternehmen oder Kulturstätten.
 

 

Bjersjöholm und Bergsjöholm

Das Renaissanceschloss Bjersjöholm, welches vermutlich Anfang des 16. Jh. errichtet wurde, war bis Ende des 18. Jh. eine mächtige Anlage mit Burghof und -graben. Mitte der 1990-er Jahre wurde eine umfassende Auβenrenovierung durchgeführt. Hier findet das Sommerfestival „Medeltida Ystad“ statt.

Direkt im Anschluss liegt Bergsjöholms slott von 1850.

Bjersjöholms slott
Marsvinsholms slott

Marsvinsholm

Die Anfänge des Schlosses gehen auf das 14. Jh. zurück, als der dänische König ein Schloss nur einige „Büchsenschüsse“ vom heutigen Schloss-gebäude entfernt baute. Das Schloss wurde 1644-48 von Otte Marsvin errichtet und daher stammt auch der Name; „marsvin“ ist Dänisch und heiβt Tümmler/Delfin.

 

Seit 1996 bis 2012 spielt Ystads Stående Teatersällskap im Schlosspark Freilichttheater. Von 2013 ist es Marsvinsholmsteatern. Regionalzüge halten am Schloss. Dies sowie Picknick, Boule, Skulpturpark und Kunsthandwerk sind Publi-kumsmagnet im Sommer. Die Osterausstellung und der Weihnachtsmarkt sind ebenfalls beliebt.

Charlottenlund

Ein fast königliches Schloss; Besitzer, Gustav III. Finanzminister Erik Ruuth, taufte im 18. Jh. Snå-restads säteri, wie der Hof damals genannt wur-de, nach seiner Frau Charlotta.

Das Hauptgebäude wurde 1849-50 vom „König Skånes“, Arvid Posse, errichtet und 1901 vom „Zuckerfabrikskönig“ Jacob Lachmann gekauft.

Das Schloss, welches auch eine Sammlung mit Kunst aus dem 19. Jh. und eine Bibliothek besitzt, gehört noch immer der Familie.

Charlottenlunds slott
Krageholms slott

Högestad und Krageholm

Dies sind zwei Schlösser mit Ursprung in schonischdänischer Geschichte. Auf Krageholm resi-dierte in den 1670-er Jahren der mächtige Jör-gen Krabbe. Karl XI. klagte ihn wegen „ungebührenden Umgangs“ mit den Dänen an und lieβ ihn hinrichten. In Krageholms slott befindet sich eine Barockkirche.

Der oben erwähnte Jörgen Krabbe war auch Besitzer von Högestad gods. Seine Witwe, Jytte Thott, traf die Hinrichtung ihres Mannes so schwer, dass sie ein ganzes Zimmer in Schwarz einrichten lieβ. Zudem spukt sie dem Volksmund nach auf Högestad. Högestad bildet heute, zu-sammen mit Torup, Christinehof und Baldringe, eine von Schwedens gröβten Familienfideikom-missen. Es ist heute auch für seinen Weihnachts-markt bekannt. Besitzer ist der in Umweltfragen engagierte Graf Carl Piper.

 

Hinterlassenschaften

In Skåne existieren heute noch etwa 370 Meilensteine. Einer der ältesten stammt aus dem 17. Jh. und steht an der Stora Västergatan in Ystad.

In Svarte befindet sich die Steinsetzung Disas ting, die vermutlich aus der jüngeren Bronzezeit stammt.

 
Dösen Trollasten-St. Köpinge

Balkåkra und Sjörup, haben je eine Kirchenruine aus dem Mittelalter.

Sjörup wurde in den 1960-er Jahren restauriert und befindet sich so gut wie im „Originalzustand“.

Von Balkåkra steht noch der Turm und Teile des Schiffs, der Chor ist heute Grabkapelle.


Stora Köpinge ist reich an alten Funden. An der Kirche steht der Dolmen Trollasten, eines der vielen gut erhaltenen Megalithgräbern dieses Teils Skånes.  

 

Mittelalterkirchen

Viele von Skånes Mittelalterkirchen liegen in Ystad, darunter die reich verzierte Bjäresjö kyrka, Valleberga rundkryka und die intakte Kirche in Bromma aus dem 19. Jh.. In den Kirchen findet, besonders im Sommer, eine Vielzahl Konzerte statt. Auch in Marsvinsholms groβer Steinkirche aus dem 19. Jh. werden Konzerte gegeben.


Valleberga kyrka
Publicerad 2013-06-17, Uppdaterad 2019-05-14